Kiruna FF


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Kiruna ist mit einer Gemeindefläche von ca. 20.000 Quadratkilometern die flächenmäßig zweitgrößte Stadt der Welt. Von den "nur" 26.000 Einwohnern wohnen ca. 20.000 im Stadtgebiet - der Rest verteilt auf die schier endlosen Tundren-Gebiete Lapplands. Der Ort liegt schön mitten im lappländischen Wald- und Seengebiet - das Stadtbild an sich macht aber nicht viel her. Man sieht der Stadt an, dass sie erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Beginn der Erz-Förderung und der Gründung der Grubengesellschaft "LKAB" als Arbeiterstadt "künstlich hochgezogen" wurde. Die beiden Erzberge am Rande der Stadt wirken futuristisch.

Blick auf Kiruna

Ausührliche Informationen über Kiruna gibt es bei Wikipedia.

Der Fußball-Klub der Stadt, Kiruna FF, ist Schwedens nördlichste Fußball-Mannschaft. Dank großzügiger Unterstützung der Grubengesellschaft "LKAB" in den 80er- und frühen 90er-Jahren, die Spieler-Verpflichtungen aus Norwegen, Finnland und der ehemaligen Sowietunjon möglich machte, wurde Kiruna FF 1991 Meister der 2. Liga Nord und scheiterte erst in der Qualifikation zur Allsvenskan. Infolge immer größer werdender wirtschaftlicher Schwierigkeiten der "LKAB", die bis zum heutigen Tag aber Haupt-Sponsor des Klubs ist, musste man 1994 aus der 2. Liga absteigen und konnte seitdem auch nicht mehr an diese erfolgreiche Zeit anknüpfen. Ein besonderes Highlight war noch einmal die Saison 2005 - als Tabellenvierter der Div. II Norrland konnte man sich für die neue 3. Liga Nord (analog Deutschlands Regionalliga) qualifizieren - hier stieg man aber sofort mit nur einem einzigen Sieg wieder ab. In der Saison 2008 wurde die 1. Mannschaft sogar in die 5. Liga durchgereicht.

Kiruna FF hat extrem lange und aufwendige Fahrten zu Auswärtsspielen (zum Teil über 1.000 km), die durch den Abstieg in die Div. III nun aber erträglicher werden und zudem mit extremen Wetterbedingungen zu kämpfen. Monatelange Dunkelheit, Schnee von Oktober bis in den Mai hinein und bis zu -40 Grad sind Widrikgkeiten, mit denen der Klub leben muss. Die Fahrten zu den Auswärtsspielen sind dann auch der größte Kostenfaktor im Verein (3 Herrenteams, 1 Damen-Mannschaft und 10 Jugendteams) - in der Saison 2006 musste man wegen des Aufstiegs in die neue 3. Liga (Div. I Norra) 2006 fast ausschließlich mit dem Flugzeug zu Auswärtsspielen (u.a. Stockholm, Örebro, Västerås und Visby auf der Insel Gotland) anreisen.

Die entstehenden immensen Kosten werden durch viele eigene Arbeiten, Sponsoren und durch Mitgliedsbeiträge gedeckt, wobei das ein hartes Stück Arbeit ist, die viel Zusammenhalt im Verein erfordert. Bemerkenswert ist, daß es in Kiruna viele engagierte Jugendliche, Eltern und Trainer sowie Betreuer gibt, die im Fußball-Bereich arbeiten. Eine gut funktionierende Nachwuchs-Arbeit ist Kiruna FF's einzige Chance auf ambitionierten Fußball - der Standort-Nachteil sowie die immensen Reisekosten machen gute (und teure) Neuverpflichtungen von anderen Klubs nahezu unmöglich.

Weil ich diesen Aufwand sehr bemerkenswert finde, bin ich im Jahr 2003 Mitglied dieses Vereins geworden. Auf seiner Homepage hat der Klub bereits über die Internet-Seite "www.svenskfotboll.de" und diese "Kiruna FF-Seite" berichtet.

© Jens Tielemann / Startseite / Offizielle Kiruna FF-Homepage / Svenskfotboll.de